Historie Burghaus Kronenburg:
Das Burghaus Kronenburg wurde in der Zeit von 1760 bis 1769 im Auftrag des Grafen von Blankenheim erbaut. Es diente dem Amtsverwalter Herrn J. Faymonville ab 1769 als Amtswohnung. Ende des 18. Jahrhunderts gehörte „Cronenburg“ zum französischen „Département de l’Ourthe“ und zum Bezirk Malmedy. Kronenburg war zu der Zeit Kantonalhauptort und Kaiser Napoleon Bonaparte verweilte längere Zeit im Burghaus. Ein Brief von Napoleon an den Cronenburger Bürgermeister ziert heute noch die Napoleon-Suite im Burghaus.

Nach dem Sturz Kaiser Napoleons (der im Jahre 1804 hier im Burghaus verblieb) wurde Kronenburg 1814-1815 Preussen eingegliedert und verlor somit an politischer Bedeutung.

Die Nachkommen des aus Belgien stammenden J. Faymonville benutzten das Burghaus über 200 Jahre (bis 1969) erst als Privatwohnung und später als Hotel. Prominente Persönlichkeiten wie der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und die Prinzessin Caroline von Monaco gehörten zu den bekanntesten Gästen. Bundeskanzler Adenauer entspannte mit seiner Familie häufig am Wochenende im Burghaus. Caroline von Monaco genoss wohl besonders die Ruhe und Beschaulichkeit, speziell im Kaminzimmer.

In der Zeit von 2005 bis 2008 wurde das Burghaus Kronenburg stilgerecht und von Grund auf renoviert, bzw. wieder aufgebaut und seitdem als nostaligisch-romantisches Hotel geführt.

Eine weitere, über 2000 Jahre alte Besonderheit, hält das Burghaus bereit: Einen Querschnitt der in der Zeit von 15-12 vor Chr. angelegten Römerstrasse Via Agrippa, die vom Mittelmeer über Lyon, Trier bis nach Köln führte. Das Bodenbild wurde 2008 am Wanderweg zum Heidekopf im Schmidtheimer Forst freigelegt und konserviert. Im unteren Teil (ca. 70cm) des ausgestellten Lackabzugs erkennt man das Straßenfundament, die Drainage und die erste Straßenschicht. Die später aufgetragenen Straßenschichten und Ausbesserungen sind an diversen, meist farblich unterschiedlich abgegrenzten Schichten erkennbar. Durch die Ausbesserungmaßnahmen erreichte die Straße im Zeitraum von einigen hundert Jahren eine Höhe von über einem Meter über dem Straßenfundament. Sogar die vor 1500 Jahren (Ende der Römerzeit) von den Rädern der Karren verursachten Straßenlöcher sind stellenweise noch erkennbar, die dann mit dem Anbringen der nächsten Straßenschicht wieder ausgebessert wurden. Wie lange die römische Straße noch in Benutzung war, ist nicht festzustellen, da aussagekräftige Funde fehlen. Vieles spricht aber dafür, daß sie bis ins späte Mittelalter eine wichtige Straßenverbindung in diesem Teil der Eifel gewesen ist. Auf Antrag und mit Genehmigung der zuständigen Behörden in NRW durften zwei Querschnitte dieses archäologischen Fundes von Dr. Michael Veerhoff erstellt werden. Der eine Querschnitt befindet sich im Römisch-Germanischen-Museum in Köln, der andere im Burghaus.

Villa Kronenburg:
Die Villa Kronenburg geht in Ihren Grundmauern sicher auf das Jahr 1670 zurück und blickt in ihrer langen Historie eine bewegte Geschichte:

Familiär geführtes Hotel (ca. 1995 – heute)

Seit ihrer grundlegenden Renovierung im Jahr 1995 bietet die Villa Kronenburg zeitgemäßen Hotelkomfort in historischem Ambiente.
Räume wurden im Laufe der Jahre zusammengelegt und damit vergrößert. Jeder Raum ist in seiner individuellen und liebevollen Gestaltung ein Unikat.
Bei jeder Maßnahme achten wir darauf, dass der ursprüngliche, romantische Charakter des Hauses erhalten bleibt.
Schaut man auf Gemälde von Schülern der Malerschule, so lassen sich noch viele Details davon wieder erkennen.

Die Zeit des Eifelvereins: Das Eifelhaus (ca. 1955 – 1995)

Das Haus trägt an der Mauer heute noch voller Stolz den Namen „Eifelhaus“. Unter diesem Namen kennen es noch viele – nur wie kommt es zu dem Namen?
(aus dem Rheinischen Jahrbuch 1/1956 LVR, von F.W. Knopp)

„Man muss schon sagen, zu einer bezaubernd schönen Wirklichkeit ist es geworden, dieses Haus im alten „Malernest“ Kronenburg. Hoch auf dem Berg ragt die Burgruine weit sichtbar ins Eifelland, umringt von den Giebeln und Dächern des Dorfes. Durch ein Tor der mittelalterlichen Ringmauer gelangt der Wanderer in den äußeren Bereich der alten Feste. Das schmucke Fachwerkhaus, unter dem er durchgestiegen ist, stammt aus dem Jahr 1670. Der Weg zum „Eifelhaus“ führt durch ein zweites gotisches Tor, das aus dem äußeren in den inneren Festungsbereich führt. Die Rille, in der ehemals das Fallgatter auf- und niederging, ist im Tor noch deutlich zu erkennen. Dann stehen wir vor der kleinen gotischen Kirche, äußerlich fast unscheinbar, im Inneren eine wahre Perle spätgotischer Baukunst. Erbaut wurde Sie als Burgkapelle, jetzt dient sie als Pfarrkirche.
Unmittelbar neben der Kirche liegt das „Eifelhaus“. Eigentlich sind es drei Häuser, drei alte, echte Eifeler Bauernhäuser. Die Gründe die den Verein zur Errichtung des Hauses bewogen, sind verschiedenartig. Fast alle größeren Gebirgs- und Wandervereine besitzen ihre eigenen Jugend- und Wanderheime. Wenn auch verschiedene Ortsgruppen des Eifelvereins aus eigener Initiative schon seit längerer Zeit Wanderheime und Hütten erstellt hatten, fehlte aber der großen Eifelvereinsfamilie bisher ein Wanderheim, das Mittelpunkt des Vereinslebens sein konnte. Es war nur eine Frage der Zeit, dass der Eifelverein ebenfalls ein solches Haus errichten würde, von dem alle Eifelfreunde sagen können, dass es unser Haus, unser eigenes Haus ist.
Mit dem Erwerb der ehemals Peiner’schen Häuser in Kronenburg verfolgte der Verein aber nicht nur diesen Zweck, sondern übernahm gleichzeitig eine denkmalpflegerischen Aufgabe, indem er die Häuser vor Verwahrlosung und Verfall retten konnte. Vor Monaten noch befanden sich die Häuser in einem trostlosen Zustand. Durch die mehr oder weniger zerfallenen Dächer fegten Sturm und Regen, Fensterrahmen ohne Glas und Anstrich wurden morsch, und überall sah es nach Abbruch aus. Die nunmehr (Anm.: seit Peiner) miteinander verbundenen Häuser erhielten ein völlig neues Dach, viele neue Fenster wurden eingesetzt, darunter das große Fenster des ehemaligen Atelierraums, die Zentralheizungsanlage wurde überholt, wesentlich erweitert und mit neuen Kesseln versehen, und wer heute das schmucke Haus sieht, wird seine wahre Freude daran haben. Im Erdgeschoss liegt der behaglich ausgestattete Wanderer-Aufenthaltsraum. Aus tiefen Fensternischen schaut man weit ins Land hinaus, über das im Herbst die Stürme fegen, während im Kamin die Holzscheite knistern“.

Die Zeit von Prof. Werner Peiner (ca. 1935 – 1945)

Auf Prof. Werner Peiner gehen nicht nur die prägnanten Leuchten an den Wegen in Kronenburg zurück, vielmehr war er der Gründer der Meisterschule für Malerei in Kronenburg, und die Villa Kronenburg war sein Refugium (Nach Otto Baur, „Werner Peiner und die Meisterschule der Malerei“):

1930 hat Werner Peiner im Burgbering, der heutigen Villa Kronenburg, seinen Wohnsitz gefunden. Er hatte die Professur an der Kunstakademie in Düsseldorf angenommen, erkannte aber sehr schnell, dass ihm die Eifel wichtiger war als der Rahmen, der ihm in Düsseldorf auferlegt wurde. Er war es, der seinen Auftrag an der Akademie mit der Gründung der „Landakademie Kronenburg“ verband. Später als eigenständige Meisterschule entstanden auch im Kylltal und rund um die Villa eindrucksvolle Bilder der Eifel von seinen Schülern und auch ihm selbst. Allein schon das Haus und dessen Garten, das zunächst Atelier und Wohnstätte für die Meisterschüler war, ist und war Gegenstand vieler Bilder.

Prof. Peiner war es auch, der 1935 sein Wohnhaus sowie das Nachbarhaus und 1936 ein weiteres daneben kaufte und verband, die Außenmauer für sein Atelierfenster durchbrechen ließ und damit einen wunderbaren Raum geschaffen hat, der noch heute das Restaurant und den Mittelpunkt der Villa Kronenburg ausmacht.

Die Zeit vor 1935

Wie oben schon erwähnt, bestand die „Villa Kronenburg“ in der Zeit vor 1935 aus drei Häusern. Diese wurden erst durch Prof. Peiner um 1935 zu einem Haus miteinander verbunden.
Geht man heute durch das Haus, so kann man noch wunderbar die dicken Mauern erkennen, die früher die Mauern zwischen den Häusern darstellten und die wehrhafte Außenmauer, die als Stadtmauer zum Schutze des Burgortes beitrug.
Im Heizraum finden sich Emaille-Schilder mit Namen, mit denen heute noch die Heizstränge beschriftet sind. Die Namen lauten Dromke, Kaufmann, Knie. Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren das die Eigentümer vor der Zusammenlegung der Häuser.
Das heutige Haus 3 hat bis zum Verkauf einer Familie Knie gehört. Ein Urenkel der Familie Knie, geboren 1934, lebt noch heute in Kronenburg und hat mir die Verhältnisse damals so beschrieben:
Die Eltern der Großmutter hatten 4 Mädchen und 1. Sohn. Der Urgroßvater war Stellmeister und hatte im Keller neben dem Stall für 2 Kühe eine Werkstatt.
Die Großmutter und deren Geschwister haben dann das Haus ca. 2-3 Jahre nach dem Tod deren Eltern an Prof. Peiner verkauft. Er, der heute noch lebende Urenkel, hat zusammen mit seinem Vater noch Prof. Peiner im Garten und ums Haus geholfen. Lauscht man seinen Erzählungen, so müssen das sehr harte Zeiten gewesen sein. Seine Großtante, eine Leni Knie, hat wohl bei Prof. Peiner für die Malschüler gekocht. Noch nach der Wende sei ein früherer Malschüler, den es in die frühere DDR verschlagen hatte, Leni Knie als alte Dame küssend in den Armen gelegen, da Sie wohl für die Malschüler bestens gesorgt habe.
In dem heutigen Haus 2 haben um 1930 wohl zwei Männer, ein Harry und ein Ferdinand, eine Art Handel betrieben. Sie hatten damals schon einen Diesel-Pritschenwagen. Das heutige Restaurant war damals eine Scheune der beiden, was die Hohe Decke als Heuboden o.ä. erahnen lässt.
Im heutigen Haus 1 war ein Nagelschmied ansässig.
Der heutige Garten der Villa Kronenburg war bis zum Verkauf an Prof. Peiner teilweise der Obstgarten des Pfarrers und teilweise Garten und Weide für die Kühe der anliegenden Häuser. Kronenburg sei von vielen Obstwiesen umgeben gewesen und es habe über 40 Bienenvölker gegeben, die für eine ordentliche Obsternte gesorgt hätten.

Auf dem Türsturz über der früheren Eingangstür der Villa Kronenburg findet sich zum Burgbering folgende Beschriftung.
Rechts: 1937 WP für Prof. Werner Peiner. Dazwischen wahrscheinlich ein Familienwappen, das noch nicht zugeordnet werden konnte.
Links: 1793 PD: Paulus Dederichs (1744-1837, Förster zu Kronenburg)
Paulus Dederichs hatte für die damalige Zeit mit 92 Jahren ein langes und bewegtes Leben. Er hat als Förster für den Grafen von Manderscheid-Blankenheim (bis 1794), der französischen Militärverwaltung (1795-1814) und der preussischen Forstbehörde gedient (ab 1815). Er hat 1795 die 26 Jahre jüngere Magdalena Molitor aus Stadtkyll geheiratet. Sie zogen in das Doppelwohnhaus „an Heepen“, wie damals die Villa Kronenburg hieß. Wahrscheinlich hatte Paulus Dederichs dieses von seiner Mutter geerbt, einer Enkelin des 1695 verstorbenen Gerhardus Heep, der Gerichtsschreiber am Hohen Gericht in Kronenburg war und von dem das Haus den Namen erhielt. Den anderen Teil des Hauses bewohnte damals sein Vorgesetzter, Oberförster Gerhard Hermanns. Der Inschrift nach ist Paulus Dederichs 1793 wohl ins Haus eingezogen. Trotz der späten Heirat bekam das Ehepaar Dederichs noch zehn Kinder: Acht Jungen und zwei Mädchen. Zwei Kinder starben allerdings im Kindsalter. Paulus Dederichs muss zu seiner Zeit sehr angesehen gewesen sein. Er war 1813 Trauzeuge des Freiherrn Wilhelm Joseph von Pallandt, dem Kronenburger Notar und späteren Bürgermeister. Nach seinem Tod 1837 folgte ihm sein ältester Sohn Johann Joseph als Förster. Ob dieser auch im Burgbering gewohnt hat? Er hat 13 Kinder groß gezogen, als er mit 77 Jahren verstarb. Sein 7. Kind, Johann Paul, war Förster von Kronenburg und später Förster des Herzogs von Arenberg. (aus ZUHAUSE IN KRONENBURG, Ausgabe 44, Oktober 2016).

Die Takenplatte im offenen Kamin des heutigen Blauen Salon trägt leicht erkennbar das Datum 1680.

Auf alten Abbildungen werden die Häuser an der Stelle der heutigen Villa Kronenburg als Burgmannenhäuser bezeichnet.

Wissen Sie noch mehr über die Historie der Villa Kronenburg bzw. haben historische Bilder? Dann sprechen Sie uns bitte an – wir freuen uns darauf!!